Axel Teichmann optimistisch für den WM-Winter

  • Axel Teichmann will im kommenden Winter wieder in die Weltspitze fahren. Axel Teichmann will im kommenden Winter wieder in die Weltspitze fahren.
Der Bad Lobensteiner ist gesund und fit. Der 33-jährige Langläufer hat die Olympischen Spiele in Sotschi 2014 im Hinterkopf.
Bad Lobenstein. Nach der zentralen Herbst-Leistungskontrolle der deutschen Skilangläufer steht für Axel Teichmann nun eine Woche aktive Erholung an, ehe die Wintervorbereitung auf Schnee beginnt. Teichmann will die Zeit nutzen, um auch wieder Mal seinem Hobby Klettern nachzugehen.

Dem WM-Winter blickt der Bad Lobensteiner mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein entgegen. Die Schulterverletzung aus dem Juni ist völlig auskuriert. "Ich habe die vergangenen sechs Wochen ohne Ausfälle trainieren können, bin in guter Verfassung", erzählt er. Was bei Teichmann so viel heißt wie: "Ich bin voll im Plan".

Mit einem Schmunzeln berichtet er vom gemeinsamen Training mit der norwegischen Elite um Olympiasieger und Weltmeister Petter Northug. Dabei konnten sie auf Skirollern - auf Schneetraining in der Skihalle verzichteten die Thüringer bei 30 Grad Celsius und herrlichem Sommerwetter in Oberhof - mit den "Norges" prima mitlaufen.

Bei Teichmann zurückhaltender Untertreibung hört sich das so an: "Zumindest haben sie uns nicht in jeder Trainingseinheit abgehängt". Dass die Verfassung stimmt, zeigen auch die Ergebnisse des Anschub- und des Abbruchtests sowie eines klassischen Skirollertests über zehn Kilometer Anfang vergangener Woche auf dem Laufband und am Grenzadler in Oberhof. Er sei in etwa auf dem Niveau des vergangenen Jahres, lies Teichmann verlauten.

Dabei überbot er auf dem Laufband seine vorjährigen Ergebnisse und war auf der klassischen Rollerstrecke eine halbe Minute schneller als der bisherige Streckenrekord.

Schon vor Jahresfrist hatten seine Kraftwerte beim Doppelstockanschub sogar die Experten verblüfft. Mit dieser Energie schob er sich dann bei der Tour de Ski in Oberhof zu seinem einzigen Saisonsieg des vergangenen Winters.

Den Skihallensprint am vergangenen Sonntag in Oberhof brach er aber nach guten Vorstellungen im Prolog, Viertel- und Halbfinale vor dem Endlauf ab. Die Tour de Ski oder einzelne Rennen des Events über sieben Etappen vom Auftakt am 29. Dezember in Oberhof bis zum Ziel am 6. Januar 2013 im WM-Ort Val di Fiemme sollen auch im kommenden Winter eine wichtiger Meilenstein in Richtung Weltmeisterschaft werden.

"Die WM im Fleimstal, wo ich 2003 meinen ersten Titel gewonnen habe, ist der klare Saisonhöhepunkt", legt sich der Bundeswehr-Sportsoldat und seit Juni zweifache Vater Teichmann fest.

Ein erneuter Titelgewinn auf den Strecken in Lago di Tesero wäre die Klammer für seine zehn Jahre in der absoluten Weltspitze. Und dann hat er gemeinsam mit seinen zwei Mitstreitern aus der Ü30-Gruppe der deutschen Langlauf-Elite, Jens Filbrich (Frankenhain) und Tobias Angerer (Vachendorf), noch ein Ziel: Sie wollen endlich auch einen großen Staffeltitel. Die WM bietet dazu die vorletzte Chance. Olympia 2014 in Sotschi wird die letzte Gelegenheit. "Klar haben wir das nach wie vor im Hinterkopf", bestätigt der Bad Lobensteiner.

Auf welche Rennen er sich bei der WM konzentrieren wird, lässt er noch offen. Klar ist, dass er nicht alle sechs Startmöglichkeiten ausschöpfen wird. "Das wird sich im Verlauf des Winters ergeben. Da muss man die ersten Rennen abwarten", wehrt er Anfragen ab. Dagegen legt er sich auf die Ziele für die ersten beiden Weltcup-Stationen am letzten November- und ersten Dezember-Wochenende im schwedischen Gällivare und finnischen Kuusamo fest. "Bei den Skandinavien-Stationen möchte ich die WM-Norm erfüllen", bekennt der 1,86 Meter große Modellathlet.

Darauf ist seine Saison-Planung ausgerichtet. Die nachfolgenden beiden Weltcups in Kanada wollen Teichmann und seine beiden "Mit-Oldies" auslassen, dafür einen weiteren Höhentrainings-Block einschieben. Das Höhentraining hatten sie bereits im Vorjahr nicht zuletzt mit Blick auf die gut 1400 Meter hoch gelegenen Loipen in Sotschi unter Anleitung des neuen Bundestrainers Frank Ullrich forciert. "Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht", meint Axel Teichmann. Im August waren sie bereits zwei Wochen in der Schweiz, sind dabei auch mit Weltcup-Gesamtsieger Dario Cologna zusammengetroffen. Im Oktober folgen Höhen-Lehrgänge in Ramsau und im Südtiroler Schnalstal, ehe es im November für fast drei Wochen zum Schneetraining in die Polarkreis-Dunkelheit ins finnische Munio geht.


Uwe Jentzsch / 25.09.12 / OTZ
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